9. Oktober - Myrtos

12.10.2015

Mírtos, ein kleiner Ort nach Ierapetra. Hier finden wir eine Dreizimmerwohnung. Nach der engen Loge in Kato Zakros ein wahrer Luxus! Fünf Nächte geniessen wir die geräumige Wohnküche, zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer und zwei Balkone! Sie wäre für vier Leute gedacht, doch die Zweier - Studios sind alle vermietet. Herrlich, uns ausbreiten zu können, nicht alles im selben Zimmer verrichten zu müssen. Wir kochen, lesen, schreiben, wohnen.

Und machen Ausflüge:

Eine Rundwanderung durch den Wald im Hinterland. Sie beginnt in Selákano, einem winzigen Dörfchen im Gebirge. Ein seltener Wald mit Steineichen, Zedern, Zypressen. Die Sonne wärmt das Holz, es riecht herrlich. Es summt: Hier leben viele Bauern von der Honigproduktion. Hunderte von Bienenkästen stehen in Reih und Glied auf Waldlichtungen. Die Wirtin in Selákanos erklärt uns, wo wir ein Glas Honig erstehen können. Mmh, wunderbar gut ist er…

Wir fahren dem Meer entlang in Richtung Westen bis Arvi: Gewächshäuser soweit das Auge reicht: Gemüse, Bananenkulturen. Lieblos stehen die ausgedienten Anlagen mit zerrissenen Plastikdächern in der Gegend. Auf Google Maps (https://goo.gl/maps/97H7VFcKtmQ2) sieht man sie genau: Von Gouduras an der Küste entlang Richtung Westen wird jede Fläche für Treibhäuser genutzt, ausser an Orten mit archäologischen Funden. Sie sind fürs Auge ein Hammerschlag!

Arvi selbst, ein Dorf, das einen gänzlich verlorenen Eindruck hinterlässt. Jeder baut dort wie es ihm gefällt, ohne Koordination, ohne jeglichen Geschmack. Viele Bauruinen mitten im Dorf, welche als gedeckte Parkplätze dienen oder in welchen sich mal jemand im untersten Stock eingenistet hat. Billige Arbeitskräfte stehen herum, sind es Pakistani oder Albaner? Auch sie sehen verloren aus...

Besuch der Sarakína-Schlucht. Um durch die Schlucht zu gelangen, muss über Felsbrocken bis zu vier Metern Höhe gekraxelt werden. Zwischendurch überquert man das enge Flussbett mehrmals, am besten barfuss oder in Badeschuhen. Zu beiden Seiten hohe, überhängende Felswände. Wir treffen unternehmungslustige Menschen, Menschen, die Natur pur suchen. Danach das fast obligate Schwimmen im Meer, es ist immer noch angenehm warm. Lesen am Strand bis die Sonne hinter den Bergen verschwindet. Herrlich, diese Wärme, ich kann mich nicht satt wärmen, immer noch sonnenhungrig.