Prespaseen

02.08.2015

Dort, wo Mazedonien und Albanien an Griechenland grenzen, liegen die Prespaseen, der kleine und der grosse. Das Gebiet steht seit dem Jahr 2000 unter Schutz. Ein gemeinsames Abkommen der drei Länder sorgt mithilfe von zehn Umweltorganisationen für den Schutz des größten Nationalpark Griechenlands.
Zum Griechischen Teil des Parks gehört der kleine und ein Teil des großen Prespasees. Sie sind in ein fruchtbares Tal eingebettet, wo fast ausschliesslich Bohnen angepflanzt werden. Rotblühende Bohnen, weissblühende Bohnen, eine Monokultur sondergleichen. Eigenartig für unser Verständnis von einem Nationalpark.
Dennoch wächst an den Ufern der Seen Schilf, soweit das Auge reicht, eine herrliche Brutstätte für die Vögel. Und tatsächlich, da ein Storchennest auf einer Telefonstange, dort riesige Störche. Auf dem See schwimmen keine Schwäne, nein, es sind viele Pelikane und Kormorane. Sie alle freuen sich am Fischreichtum der Seen, 23 Sorten sollen es sein. Nicht selten, so erzählt uns ein Fischer, schnappen die Vögel ihnen die Fische noch an der Angel weg. Halbwilde Prespa – Rinder weiden im Ried, Fledermäuse schrecken in Höhlen vor uns auf.
Ein Fischer bringt uns zu Einsiedeleien aus dem 13. Jahrhundert, die nur per Boot zu erreichen sind. Gut erhalten sind sie im Schutz der Höhlen, mitsamt den wunderbaren Fresken an den Wänden. Leicht sich vorzustellen, wie gut sie da vor wilden Tieren und sonst vor unerwünschten Gästen geschützt waren. Auch gut vorstellbar, dass die Mönche an solchen Orten ihre gewünschte Ruhe fanden.
Ganz besonders geniessen wir aber auch das schöne Hotel, in das wir einquartiert sind. Es liegt in Ágios Germanos. Ein schönes, grosses, traditionell eingerichtetes Zimmer, ein wunderschöner Innenhof mit Tischchen, an welchen wir schreiben und lesen, ein mit Liebe zubereitetes Frühstück und aufmerksame Hotelbesitzer, persönlich. Sie setzen sich hin zum Gespräch, man erfährt so allerlei über die Gegend. Immer wieder ein kleines Geschenk, ein Strauss Bergteeblumen, eine Flasche Rotwein... Dasselbe in den Restaurants. Ein Dessert wird hier nicht bestellt, er wird spendiert, bei jedem Essen. Da kann die Schweizer Hotellerie nur lernen!