Schwieriges Athen

13.08.2015

Mithilfe von Google Maps gelangen wir zu unserem Hotel in Athen. Kein einziges mal sind wir falsch gefahren, mühelos durch die ganze Stadt. Ich navigiere, Koni fährt. Ruhig, überlegt, gut gelaunt. Dabei muss immer gut geschaut werden, ob Keiner von links oder von rechts kommt. Denn überholt wird von beiden Seiten. Mittel- und Sicherheitslinien werden nicht beachtet, zweispurige Strassen können ebensogut als drei- oder vierspurige benutzt werden.

Für die vier Tage Aufenthalt wird unser Auto per Lift in ein Parkhaus verfrachtet, so müssen wir uns nicht weiter um einen sicheren Parkplatz kümmern. Dann geht's los zum ersten Bummel durch die Stadt. Nach der Zeit im grünen, reichen Norden Griechenlands ein wahrer Kulturschock!

Überall verkommene, verfallene Häuser. Kein Geld, weder um sie zu renovieren noch um sie abzureissen. In den Strassen riechts nach Urin und Abfällen. Plätze mit einst spiegelblanken Marmoböden sind grauschwarz verschmutzt, unordentlich, vernachlässigt. Aus den Springbrunnen spritzt fast nirgends mehr Wasser. Selbst in touristischen Gebieten sind zu viele Geschäfte geschlossen, Rollladen unten. Schmucklos.

Alle freien Flächen sind mit Graffiti versprayt, zum Teil mit wahren Kunstwerken. So oder so, sie sind ein wichtiges Zeitdokument, sprechen für sich.

Traurig stimmen einen die zahlreichen, völlig  verwahrlosten Bettler, die umherhumpelnden Kranken, die Obdachlosen, psychisch Verwirrten. Alte wie Junge. Wo sich ein trockenes, ruhiges Plätzchen zum Übernachten bietet, haben sie sich eingerichtet. Mit Pappkarton und Abfällen unserer Wohlstandsgesellschaft: Vielleicht findet einer einen Plastikstuhl um sich zu setzen, eine Matte um darauf zu schlafen, Lumpen um sich decken. Ein erschütterndes Bild, das einen unweigerlich an indische Zustände erinnert!

Da braut sich ein riesengrosses Armutsproblem zusammen, das, wird es erst einmal von der Regierung thematisiert, längst zu gross ist, um ihm noch Herr zu werden.