8. November - Ein Abend in Areopoli

08.11.2015

Koni: Da die Abende länger werden, laufen wir mehr im Dunkeln herum als
im Sommer. Wir sind zwar zehn Tageim gleichen Hotel in Areopoli, aber
tagsüber sind wir meist unterwegs, und so komme ich kaum dazu, das
steinerne Städtchen bei Tageslicht zu fotografieren. Dabei ist es
hübsch! Hier einige Aufnahmen von unserem letzten Abend in Areopoli. Es
ist der Abend vor dem Namenstag des Ortsheiligen Michael, und die Kirche
feiert dies mit einer Prozession durchs Dorf, an deren Spitze eine Ikone
eine Ikone mitgetragen wird. Alle Fotos habe ich mit meinem Galaxy
Note-Handy gemacht.



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7. November - Mani: wilde Berge und traumhafte Aussichten

07.11.2015

Wir befinden uns in der Mani, einer Halbinsel. Sie ist der „Mittelfinger“ des Peleponnes, beginnt unterhalb der Stadt Kalamata und endet an der südlichen Spitze mit dem Kap Ténaro. Unser Hotel steht in Areópoli, dem Hauptort der Mani. Ein idealer Ausgangspunkt, um die Gegend zu erkunden, etwa in der Mitte der Halbinsel an der Westküste.

Die Mani ist vom Taygetos-Gebirge durchzogen. Massive Berge bis zu 2400 Metern Höhe, die zum Teil steil ins Meer abfallen, hinterlassen einen rauhen, wilden Eindruck. Zu Füssen der Berge mit Olivenbäumen bepflanzte Hochebenen. Lange Felsplatten als Ausläufer dieser Ebenen, die in kargen, schmalen Landzungen stufenförmig ins Meer ragen.

Mit den aus Stein gebauten Wehr- und Wohntürmen erhalten die Dörfer einen ganz besonderen Charakter. Leider werden sie nur noch von wenigen Menschen bewohnt und wirken oft wie ausgestorben. Die harte Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, gefolgt von der Krise jetzt, hat die Bewohner in grosse Städte und andere Länder getrieben. Vergebens sucht man in dieser Gegend nach Industrie, hier wird nur Landwirtschaft betrieben: Olivenbäume, soweit das Auge reicht.

Die Manioten waren ein berüchtigtes, wehrhaftes Volk. Von hier aus startete der griechische Befreiungskampf gegen die 400-jährige Herrschaft der Osmanen. Sie waren aber auch gefürchtete Piraten. Von ihrer Halbinsel aus erblickten sie jedes Boot auf dem weiten Meer. Wehrhaft nicht nur gegen all ihre Besetzer und die sich ihnen nähernden Schiffe, wehrhaft und zerstritten waren sie auch untereinander. Über Generationen hinweg herrschten Familienfehden und Blutrache auf übelste Weise. Die Türme zeugen von dieser nicht allzulang verstrichenen Zeit. Blickt man heute einem eingesessenen Manioten ins Gesicht, glaubt man in ihm mindestens einen Teil dieser Vergangenheit wiederzuerkennen...

Unser persönlicher Eindruck

Es dauert eine Weile, bis wir uns mit dieser Gegend anfreunden. Vielleicht auch deswegen, weil in den ersten Tagen ein starker, kalter Wind bläst und es auch ab und zu regnet. Die Leute haben sich in ihre Häuser verzogen, die Dörfer wirken noch ausgestorbener und abweisender als sie in Wirklichkeit sind, ans Baden ist nicht mehr zu denken. Trotz warmen Kleidern friere ich und aus der Schweiz werden uns Bilder vom warmen, sonnigen Herbst geschickt...

Doch dann beruhigt sich auch hier das Wetter, es wird wieder sonnig warm, der Wind flaut ab, in der Nacht fällt das Thermometer jetzt auf 15 Grad. Trotzdem ist es wieder möglich, im Meer zu baden. Täglich nehmen wir uns einen Ausflug vor.

Wir besuchen die riesige Unterwasser-Höhle von Pirgos Diru, die beeindruckeste Tropfsteinhöhle, die wir je gesehen haben. In einer halbstündigen Bootsfahrt gleitet man durch mehrere, schön ausgeleuchtete Höhlen, vollbesetzt von Stalaktiten und Stalakmiten. Mit einer Gesamtlänge von 15,4 km ist sie die längste Höhle Griechenlands.

Wir wandern zu zwei alten, in Stein gehauenen Klösterchen. Verwinkelt, mit vielen Nebenhöhlen zur Einsiedelei. Ich zünde ein paar Kerzen an und denke an euch.

Vielerorts bietet sich eine kleine Wanderung an, so auch am Kap Tenaro. Unser Auto parkieren wir in Kokkinogia. Von dort aus spazieren wir hinaus auf den südlichsten Zipfel. Zuhauf blühen die Cyklamen in einem starken Rosarot.

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