Delphi

09.08.2015

Etwa anderthalb Stunden bevor wir in Delphí ankommen, so ab Lamia, sind überall an den Bergen Schürfstellen zu beobachten. Hier wird in grossem Stil Bauxit abgebaut. Alte Schürfungen werden wieder begrünt, die neuen sind dunkelorange bis dunkelrot. Durch lange Fahrwege sind sie erschlossen. Die Laster, die das Gestein transportieren, sind ebenfalls rot mitsamt den Rädern.
Das wussten wir nicht, dass Griechenland über grosse Vorräte an diesem Aluminium – Erz verfügt! Mehr und mehr sehen wir, dass der Norden ein unglaublich reiches Land ist und wir fragen uns, warum es den Griechen eigentlich wirtschaftlich so schlecht geht!
Wir kommen vom Hafenstädtchen Itéa her. Eine kurvenreiche Strasse führt uns hinauf ans Ziel. Delphí liegt am Hang des Parnass – Massivs oberhalb einer tiefen Schlucht. Das Dorf bietet eine atemberaubende Aussicht bis ans Meer. Der kilometerweite Talgrund ist mit silbriggrünen Olivenbäumen übersät, der grösste Olivenhain Griechenlands. Nur schon der Aussicht wegen lohnt sich ein Besuch!
Nachdem wir unser Hotelzimmer bezogen haben, machen wir einen Spaziergang zum Heiligtum der Athena, das Allen ohne Eintrittsgebühr zugänglich ist. Im Abendlicht ein wunderbarer Anblick.
Früh am nächsten Tag machen wir uns auf zu den Ausgrabungen. Sie stammen aus der Zeit um 400 v. Chr. und wurden unter französischer Initiative ans Licht gebracht. Doch bei den aufwendigen Ausgrabungen des Apollon – Tempels gab es ein grosses Problem: Auf dem Gelände stand ein Dorf. Dessen Häuser wurden unter Protest der Einheimischen kurzerhand abgetragen und an der Stelle des heutigen Dorfes neu aufgebaut.
Wir sind fasziniert von der Lage des alten Delphí, des ehemaligen „Nabels der Welt“. In die Felsen des Berges Parnass gehauen, wirkt der Ort heute noch sehr anziehend. Inmitten der Natur, von vielen Bäumen umgeben, malerisch. Die Anlage wird sympathisch präsentiert, ist gut gewartet, ein Weltkulturerbe.

Tags:  Delphi Apollo