25. Oktober - Vassili Stavrakakis und Stelios Petrakis in Iraklion

27.10.2015

Warme Kleidung ist nun angesagt. Es regnet und stürmt auch hier Ende Oktober. Die Wellen im Meer werden wuchtig, schlagen an die Hafenmauer und spritzen hinüber auf die Strasse. Schwarze Wolken ballen sich am Himmel zusammen, das Thermometer fällt unter 20 Grad.

Bis wir am nächsten Mittwoch mit der Fähre nach Kalamata fahren, wollen wir das Stadtleben in Heraklion und Chania kennenlernen. Iráklion haben wir bis jetzt immer links liegengelassen trotz der grossen Fussgängerzone, den vielen schönen Kaffees, den schmucken Kleiderläden. Trotz dem drei Kilometer langen venezianischen Mauergürtel und dem hübschen Hafen. Eine lebendige Universitätsstadt voller Leben. Eine Stadt mit einem modernen archäologischen Nationalmuseum, in welchem wir an der Ausstellung über die minoische Kultur unter anderem den berühmten Diskos von Festós, schöne Töpfereien, Sarkophage und wunderschöne Wandfresken aus dem Palast von Knossos ansprechend präsentiert sehen.

Das Konzert

Koni will in Iraklion in den aerakis Music Store, einen interessanten CD Shop mit grosser Auswahl an traditioneller kretischer Musik. Im Gespräch mit der Besitzerin des Ladens erfahren wir, dass am Freitagabend ein Konzert von Vasillis Stavrakakis stattfindet. Traditionelle kretische Musik mit Lauten, Lyra, Perkussion und Gesang.

Das ganze Ladenpersonal ist darum bemüht, uns die nötigen Informationen zum Konzert zukommen zu lassen. Zufällig sitzt der Organisator gerade gegenüber im Kaffe. Der Anlass soll um etwa 23 Uhr beginnen.

Pünktlich wie die Schweizer treffen wir um diese Zeit ein. Und sind die ersten. Ein grosser Konzertraum mit vielen Tischen, diejenigen mit guter Sicht zur Bühne sind alle vorreserviert. Die Platzanweiserin berät uns gut und so finden wir doch noch einen guten Platz. Jannis, der Organisator des Konzerts hat uns erblickt und kommt auf uns zu. Ihr seid doch die Schweizer, die gestern im aerakis Music Store wart? Seid ihr zufrieden mit eurem Platz? Falls nicht, sucht er uns gerne was besseres.

Innerhalb einer Stunde füllt sich der Raum langsam mit Menschen. War es anfangs noch ruhig, steigt nun stetig der Lärmpegel. Etwa 300 Leute im Alter zwischen 20 und 70, wir sind die einzigen Touristen. Bestellungen werden entgegen genommen, viel Alkohol der harten Sorte. Gottlob gibt's eine Lüftung, denn die Griechen sind ein Volk von Rauchern. Nach und nach steigen die Musiker auf die Bühne und etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht beginnt das Konzert. Die Stimmung kommt in Schwung, zu bestimmten Passagen wird im Rhythmus geklatscht oder gesungen, später dann getanzt.

Plötzlich wird uns Weisswein serviert, spendiert von Jannis. Er setzt sich gar an unseren Tisch und unterhält sich mit uns. Das ist allerdings etwas schwierig, auf Griechisch in diesem Wahnsinnslärm! Er freut sich, dass es uns hier gefällt und wir freuen uns ebenfalls über die Freundlichkeit dieses Herrn, der heute Abend gewiss Wichtigeres zu tun hätte als sich um uns zu kümmern...

Koni: 

Hier vorerst mal ein kurzes Video zu vorgerückter Stunde: Die Tänzer versuchen sich zur Lyra von Stelios Petrakis. Die Stimmung ist, halb vier am Morgen, noch nicht am Höhepunkt angelangt, aber wir sind doch langsam müde... 

 

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