Karpathos - Zum Thema Abfall

13.09.2015

Es gibt auch negative Schlagzeilen hier, und das ist der Abfall. Er ist nicht zu übersehen, denn er ist fast überall. Vorgesehen ist, dass all der Unrat aus den Dörfern zum Hauptort transportiert und gepresst wird. Dann nach Rhodos verschifft zur Kehrichtverbrennung gebracht... Wer’s glaubt, ist blind.

An jedem Ortseingang begrüssen uns verrostete PW’s, Lastwagen, Motorräder, Schiffwracks. Daran könnte man sich ja noch gewöhnen. Wandert man nichtsahnend auf einem Strässchen dahin passiert es ab und zu, dass man plötzlich vor einer Müllhalde steht wo Kühlschränke, Bauabfall, Farbkübel etc. entsorgt wurden. Mitten in der allerschönsten Natur, unverständlich...

Auch steile Abhänge verlocken allgemein dazu, seine täglichen Abfälle kurzum loszuwerden. Aus den Augen aus dem Sinn. Nicht wirklich aus den Augen.... An der Strasse zwischen Spoa und Olympos verrotten all die ausgedienten Strassenbaumaschinen: massive Bagger, Traktoren, sie sind und bleiben dort! Und können vielleicht noch Jahrzehnte bestaunt werden.

Am letzten Kirchweihfest brachte ich meinen Plastikbecher zur Köchin mit der Frage, wo ich den entsorgen solle. Voller Unverständnis schaute sie mich an und sagte, über die Mauer! Zuletzt werde alles verbrannt.

Noch schlimmer ist es, wenn man an einen Strand gerät an den, der Meeresströmung wegen, Abfälle aus allen Herrenländern angeschwemmt werden. Da können die Insulaner allerdings wenig dafür. Doch fragt man sich, warum das angeschwemmte Gut nicht ab und zu entsorgt oder wenigstens verbrannt wird. Das ist hier nicht der Fall.

Wir sind an die Evghonymos-Bucht gewandert und freuen uns über ein erfrischendes Bad. Aber oha, ein ganzer Wall von angeschwemmtem Abfall liegt dort. Interessiert an der Ware, woher die wohl stammt, gehen wir auf Erkundungstour: Arabische Beschriftungen, türkische, russische, chinesische - aber auch griechische. Plastikgegenstände aller Art: Stühle, Flaschen, ein Helm, Behälter, Taschen, Zahnbürsten, Rasierschaum. Ein chinesischer Schnaps in einer schönen Keramikflasche. Ein Bäbi, Spielsachen. Viel Schwemmholz.

Und plötzlich liest Koni ein in einem Plastikbeutel geschütztes Portemonnaie auf. Fahrausweis, Bankkarten, Kreditkarten, Geld. Von einem gewissen Alberto C. Wo er das wohl verloren hat? War er in der Türkei in den Ferien, in einem arabischen Land? In Italien? Am unwahrscheinlichsten hat er seine Wertsachen in Griechenland verloren.

Zurück in Diafani versucht Koni den Besitzer des Portemonnaies ausfindig zu machen. Detektivarbeit mit Google, Facebook & Co. Das ist nicht einfach, denn auf keiner Karte steht eine Adresse. Eine Mailadresse entdeckt er im Internet, an die schreibt er die Nachricht von seinem Fund. Doch es gibt viele Alberto’s C. in Italien....

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