Pilio

09.08.2015

auch Pileon, Pelion, Peleon genannt

Die Fahrt zur Halbinsel Pílion zeigt uns eine weniger attraktive Seite Griechenlands. Da der Baumwoll – Anbau von der EU durch Unterstützungsgelder gefördert wird, sind zwischen Larissa und Volos riesige Felder davon zu sehen. Hügel um Hügel sind nur mit Baumwolle bepflanzt. Nicht nur, dass diese Monokulturen eine enorme Menge an Wasser verschlingen klar ist auch, dass da mit Pestiziden gearbeitet werden muss. Die finanzielle Unterstützung hat aber noch eine andere Nebenerscheinung: Die Bauern verdienen mehr an der Baumwolle als an einer gesunden Misch – Wirtschaft auf kleinen Feldern.
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Am Freitagabend kommen wir dann ziemlich müde im Norden der Halbinsel Pílion an. Und natürlich sind aufs Wochenende alle Hotels am Meer unten voll. Viele Städter von Volos, Thessaloniki, Athen, aber auch Touristen aus Serbien, Polen, Frankreich, Holland. Wenig Deutsche, keine Schweizer. Wir suchen ein einfaches Zimmer im Dorf oberhalb von Agias Ioánnis und fahren zum Baden die kurvenreiche, steile Strasse zum Meer hinunter. Agias Ioánnis gefällt uns nicht besonders. Ein Dorf, das nur noch auf den Tourismus ausgerichtet ist, lieblos, ohne Charme. Leider ist auch der Strand voll; begreiflich, es sind Sommerferien! Und wir sind uns von Karpathos her Anderes gewohnt...
Drei Tage später setzen wir uns ins Auto Richtung Süden der Halbinsel. Wir möchten auch dort einige Tage verbringen. Eine lieblichere Landschaft, weniger schroffe Berge als im Norden. Die Strasse führt immer schön am westlichen Meeresufer entlang. Man sieht, wie sich die Menschen im Wasser vergnügen... Doch wir können uns nicht entscheiden da zu bleiben und kehren kurzerhand wieder um Richtung Norden.
Tsagaráda (auch Tsangaráda) entspricht uns schon eher. Ein romantisches, traditionelles Bergdorf mit einem eindrücklichen Dorfplatz. Dazu muss man wissen, dass der Griechische Dorfplatz viel mehr das Zentrum eines Dorfes darstellt als das in der Schweiz der Fall ist. Mitten auf diesem riesigen Platz steht eine über 1000 jährige Platane mit einem Umfang von 14 Metern. Dieser Baum bietet auch an heissen Tagen Kühle und Schatten für Alle vom Dorf. Von den vielen Menschen, die es sich an den Gartentischen gemütlich gemacht haben geht ein angenehmes Geräusch aus, gedämpftes Murmeln, Lachen.
Das Klima hier ist paradiesisch. Fast alles wächst: Baumnüsse, Mandeln, Marroni, Feigen, Kakis, Nektarinen, Pfirsiche, Äpfel, Birnen, Beeren aller Art. Auberginen, Tomaten, Gurken, Zwiebeln, Kartoffeln, um nur einen Teil davon aufzuzählen. 
Im Winter fällt hier Schnee, weiter oben am Berg gar bis zu 6 Metern. Das erklärt auch, warum die Insel touristisch so erschlossen ist. Im Winter locken wenig attraktive Skilifte und Skipisten die Touristen zum Skifahren. Im Frühling und im Herbst wird gewandert. Im Sommer wird es unten am Meer bis zu 40 Grad heiss, dann wird an den schönen Stränden gebadet.. Schade nur, dass Píleon so einfach zu erreichen ist und daher für unseren Geschmack einfach zu viele Touristen hat...